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Das soziale Rauschen Anfang des 21. Jahrhunderts war unüberhörbar. Überall schossen Blogs aus dem Boden und noch nie zuvor war global so viel von Kollaboration die Rede, von Dialog, vom Teilen und von flachen Hierarchien. Peer-to-Peer war plötzlich keine formal-technische Beschreibung einer Kommunikationspraxis mehr, sondern eine kulturelle Kampfansage, die klassische Loyalitäten in Frage stellte, weil Menschen plötzlich begannen, sich an den Unternehmensgrenzen vorbei auszutauschen und miteinander zu vernetzen.

Don Tapscott, einer der Vordenker dieser neuen Ökonomie des Teilens, brachte diesen Paradigmenwechsel folgendermaßen auf den Punkt: „Die Verlierer starten Websites. Die Gewinner gründen lebendige Gemeinschaften. Die Verlierer bauen ummauerte Gärten. Die Gewinner schaffen öffentliche Plätze. Die Verlierer hüten ihre Daten eifersüchtig. Die Gewinner teilen sie mit allen.“ Damit beschrieb er exakt den co-kreativen Boden, auf dem Werbung und Branding heute zu funktionieren haben. Weil Marken die Geschichten sind, die andere Menschen über dich erzählen.

Wir sollten nicht aufhören, uns daran zu erinnern – in einer Zeit, in der die sozialen Medien Gefahr laufen, zu einer großen Nivellierungsmaschine zu verkommen. Vor diesem Hintergrund bedeutet Bloggen Erdung. Nicht mehr. Nicht weniger.